Attersee-Wochenende, 3. – 5.07.2009

 

Nach vier Jahren haben wir die zweite „Operation Attersee“ gestartet. 14,5 Taucherinnen und Taucher vom Tauchsportverein Mittelbaden e.V. (TSVMB) gingen am Freitag, 3. Juli, mit sechs Autos ca. 550 km on tour zum Attersee in Oberösterreich. Unser Ziel, der Schöberinger Hof – laut Beschreibung „fast am Ortsende“ von Weyregg am Ostufer des Sees. Jedes einzelne Fahrzeug folgte tapfer durch das Dorf hindurch der Beschilderung „Schöberinger Hof“ und fand sich nach endlosen Kurven durch den dunklen Wald hinauf und verunsicherten Spekulationen, ob wir da wirklich richtig sind, 200 m über dem Attersee am Ziel. Jeder fragte sich, was sich unser erster Vorstand Mathias bei der Buchung der Unterkunft da wohl gedacht hatte. So weit weg, am Ende der Welt!!! Jedoch im Nachhinein müssen wir ehrlich zugeben, es war das Beste was uns hätte passieren können – aber dazu später mehr.

 

Micha und Doreen – zuerst gestartet und zuerst angekommen – widmeten sich mit großem Loch im Bauch zunächst der Speisekarte von Franz, unserem coolen Herbergsvater. Speziell zu Franz, seinem Essen und seinen Schnäpsen kommen wir auch später noch mal. Nachmittags um 4 Uhr waren auch die letzten unserer Truppe eingetrudelt, die Zimmer verteilt (einige wurden auch nebenan bei Franz’ Schwester im Bauernhof untergebracht) und das Gepäck versorgt. Unmittelbar danach führte uns unser Weg wieder ins Tal, an die Tauchbasis Nautilus – mitten im Dorf am See. Bei einsetzendem Regen absolvierten die Jungs – zusammen mit Dani – dort ihren ersten Tauchgang am Tauchplatz Nautilus (kurze 10 Minuten, bei saumäßiger Sicht wegen dreiwöchigem Dauerregen und defekter französischer Ausrüstung von Kiwi), während es sich die restlichen Mädels in der Tauchbasis mit den Tauchguides bei einer schönen Flasche Sekt im Trockenen gut gehen ließen. Zurück in der Pension – nach einer heißen Dusche – ließen wir uns von Franz und seiner Familie bei inzwischen wieder trockenem Wetter mit Suppe, SchniPoSa (OK, die Vegetarier unter uns bekamen was anderes), und leckerem Dessert auf der großen Terrasse verwöhnen. Bei gigantischer Aussicht, österreichischem Bier, Weixel-, Zirben-, Marillen- und Nuss-Schnaps ließen wir den Abend sehr entspannt und gut gelaunt ausklingen.

 

Samstag, 8.30 Uhr: ausgedehntes Frühstück mit Eiern von glücklichen Hühnern (der Hahn krähte schon um 4.30 Uhr!!! österreichischer Ortszeit), Wurst von weniger glücklichen Tieren (die hingen tot oben im Schlachthaus des Bauernhofs – die perfekte Folterkammer für unsere Vegetarier), Kaffee satt, so planten wir unsere nächsten Tauchgänge, vormittags an der Steinwand und nachmittags am Nöhmer Richtung Unterwasserwald. Die Nichttaucher machten sich auf zum Shoppen in Weyregg (da gab’s nix zum Shoppen), nach Seeberg (da gab’s nix zum Shoppen), nach Kammer (da gab’s au’ nix zum Shoppen) und letztlich in die Weltstadt Seewalchen (da gab’s zumindest am Ausfluss des Attersees einen tollen Biergarten). Bei den Tauchern an der Steinwand war die Sicht fast Null, Fische waren ausgewandert und es war arschkalt. Nach bei allen erstklassig verlaufenem Vormittag trafen wir uns in besagtem „1. Atterseer Biergarten – Scharpner Bombe“ und stärkten uns mit Hähnchensalat und Bier bei strahlendem Sonnenschein.

 

2. Tauchgang am Samstag: Einstieg am Nöhmer, 350 m Streckenschwimmen zum Unterwasserwald für unsere Hardcorps-Taucher, Freiwasserabstieg auf 25 Meter bei 4 °C Wassertemperatur, zwischen mit Puderzucker-Sedimenten bedeckten Baumriesen – ohne Fische – aber bei glasklarer Sicht um die 20 Meter – ein genialer Tauchgang bei Klatschregen. Kiwi hatte leider wieder mal Probleme mit seiner französischen Ausrüstung. Dieses Mal blies die andere Stufe ab, was erneut zum Abbruch seines Tauchgangs und dem seiner „begeisterten“ Tauchgruppe führte.

 

Franz erwartete uns auf der Sonnenterrasse bei strahlend blauem Himmel mit leckerer Himbeertopfentorte, Apfelstrudel, Palatschinken und Haferl-Kaffee. Nach dem Duschen und Verstauen des Tauch-Equipments im Trockenraum, einer Runde Spielplatz mit unserem Jüngsten, dem kleinen Baschti, dem Besuch, von Kühen, Hühnern, Hasen und sonstigem Getier genossen wir die Spargelcremesuppe, den deftigen Schweinsbraten mit Serviettenknödeln und die Karamell-Mousse. Beim Verdauen half uns eine neue Runde Schnaps von Franz, und noch eine Runde Schnaps von Franz und noch eine Runde ….

 

Am Sonntagmorgen hieß es um 9.00 Uhr nach leckerem Frühstück und herzlichem Abschied von Franz mit dem festen Versprechen bald wieder zu kommen, Koffer packen und Auschecken mit dem Ziel des 4. Tauchgangs am südlichen Attersee, Tauchplatz „BMW Dixi“ vor Augen. Nach einer tollen Fahrt entlang des Ostufers des Attersees fanden sich nur fünf unserer Taucher für den Tauchgang bereit. Kiwi versuchte es aufgrund seines immer noch nicht funktionsfähigen französischen Tauchequipments erst gar nicht mehr, die anderen wollten auf den leckeren Neopren-Duft im Auto auf der Heimfahrt gerne verzichten und die Nichttaucher zogen den wunderschönen Badeplatz im Park von Unterach der schmalen Taucheinstiegsstelle vor. Besagte 5 Taucher sahen mal wieder die Hand vor Augen nicht, einige fanden trotzdem den aus den 20er oder 30er Jahren stammenden BMW, Marke Dixi, einige Taucher verloren sich unter Wasser und tauchten ALLEINE weiter – aber es war für alle ein runder Abschluss eines rundherum schönen Wochenendes am Attersee.

 

Die Unterkunft war super, dank Aussicht, Ruhe, gutem Essen, Schnaps und unserem Herbergsvater Franz, der es uns an nichts fehlen ließ – danke an Mathias für diese gute Auswahl!!! – Klasse ist das neue Heft vom Tauchkompetenz-Zentrum Attersee „Tauchparadies Attersee“, das die einzelnen Tauchplätze genial beschreibt mit Angabe der Tiefen, der Attraktionen und vielen ergänzenden Infos. Es hat uns bei der Wahl der Tauchplätze sehr geholfen und wird allen zur Tauchgangsplanung empfohlen. Ihr erhaltet das Heft gratis an allen Tauchbasen rund um den Attersee. Wir, im Übrigen, kommen vor dem nächsten Hochwasser wieder und hoffen endlich mal auf die überall beschriebene sagenhafte Sicht im Attersee.

 

Danke an Franz und das Orga-Team vom TSVMB.